Jul 09

Ohne eine Einigung auf einheitliche Standards hätte das grenzenlose weltweite Internet nicht die heutige Bedeutung. Ein wichtiger Faktor in diesem Standardisierungsprozess war der so genannte „Browserkrieg“ zwischen dem Netscape Navigator und dem Internet Explorer von 1995 bis 1997. Während dieser Auseinandersetzung mussten Webdesigner auf die Besonderheiten des jeweiligen Browsers eingehen und ihre Webseiten für beide Browser anpassen. Der Browserkrieg brachte allerdings auch Vorteile mit sich. So wurden während des Verlaufs etwa verschiedene neue und nützliche Funktionalitäten vorgeschlagen. Dabei hielten sich die beiden Hersteller jedoch nicht an den damals gültigen HTMLF[1]F 2.0 Standard, der in Webseiten nicht einmal Tabellen vorsah, sondern entwickelten browserspezifische Funktionen, die zwar gleich waren, aber durch eine unterschiedliche Syntax angeboten wurden. Dies machte das Entwickeln von Webseiten so schwierig.

Am Ende des Browserkriegs setzte sich der Internet Explorer durch, wodurch die Entwicklung der Webseiten vereinfacht wurde.

Diese Dominanz des Internet Explorers ist laut Tim O’Reilly vorteilhaft für die Entwicklung des Webs gewesen, da vorher die Entwicklung von Cross Browser Programmen, die in jedem Browser gleich aussahen und funktionierten, sehr schwierig war [vgl. O'Reilly, Tim „What Is Web 2.0“O'Reilly, 30.09.2005, 10.10.2006].

Das im Jahre 1994 gegründete Standardisierungsgremium W3CF[2]F ist keine zwischenstaatliche Organisation, die Standards wie ISO-Normen entwickelt. Vielmehr erstellt es Empfehlungen, nach denen sich die verschiedenen Browserhersteller richten können. Während des Browserkriegs wurde dieser Standard nur als kleinster gemeinsamer Nenner angesehen. Mittlerweile gibt es immer noch verschiedene Interpretationen von JavaScript, HTML oder CSSF[3]F. Allerdings müssen nur noch kleine Anpassungen für die Browser gemacht werden, da die Syntax vereinheitlicht wurde und die Unterschiede nur an einer falschen bzw. fehlerhaften Interpretation liegen [vgl. Alby, Tom „WEB 2.0 Konzepte, Anwendungen, Technologien“ Carl Hanser Verlag München Wien 2007, S. 13 - 14].

Die Vorherrschaft des Internet Explorers von über 90% Marktanteil konnte bisher nur der Browser Firefox in dem „zweiten Browserkrieg“ von Ende 2004 bis heute anfechten. Kein anderer Browser schaffte es, dem Marktführer zweistellige Marktanteile abzunehmen, welche Firefox inzwischen auf knapp 20 % ausbauen konnte. Wie in Tabelle 1 auf Seite X21X zu entnehmen, sind aktuell eine Vielzahl von verschiedenen Browsern und Versionen bei den Internetbenutzern im Einsatz.


[1] HTML: Hypertext Markup Language, ist eine textbasierte Auszeichnungssprache zur Darstellung von Inhalten wie Texten, Bildern und Hyperlinks in Dokumenten.

[2] W3C: World Wide Web Consortium ist das Gremium zur Standardisierung das World Wide Web betreffender Techniken. Hhttp://www.w3.org/

[3] CSS: Cascading Style Sheets, ist eine deklarative Stylesheet-Sprache für strukturierte Dokumente um die Formatierungsbefehle von den strukturierenden Befehlen und dem Inhalt zu trennen.